Durch die Wand

Am dritten Tag der Serie fiel uns der Himmel auf den Kopf: das Großsegel schwebte von oben herunter und das Fall verschwand im Mast. Ein Mann ging in den Mast, aber die Ora war bereits im Nordteil des Gardasee angelangt und  Wind und Welle machten eine notdürftige Reparatur auf dem Wasser unmöglich.

Die beiden voran gegangenen Tage waren blendend gelaufen. Mit einer Serie der Plätze 22, 13, 17, 14 und 16 hatten wir uns sicher in der ersten Hälfte der 44 Teams platziert. Der Donnerstag war typisch mit Südwind (Ora) um 4-5 Bft., aber auch am etwas trickreicheren Freitag, der bedeckt war und an dem der Wind zwischen 0 und 6 Windstärken schwankte, fanden wir einen Weg nach vorne. Der sichere Weg führte nach dem Start möglichst schnell rechts raus unter die extrem steil aufragenden Felswand und dort wurden auf der Kreuz die Plätze erkämpft. Unter Gennaker ging es ebenfalls auf direktem Weg zum Felsen, wo der Wind meistens am stärksten wehte.

Und nun das! Die 6. Wettfahrt verbrachten wir im Hafen mit Basteln. Dann schnell auf’s Wasser und an den Start. Aber es war wie verhext, die Wenden passten nicht, die Geschwindigkeit stimmte nicht, wir hatten beim Mast legen vermutlich nicht nur die Wantenspanner, sondern auch die Gehirnwindungen verdreht. Es reichte gerade für einen 27. Das war hart, aber es sollte schlimmer kommen: In der folgenden (glücklicherweise letzten) Wettfahrt des Tages ging im Gennaker plötzlich das Fenster auf. Ein Loch von der Größe eines durchaus WM-geeigneten Fernsehers mitten im weißen Tuch. Jetzt war Risikosegeln angesagt, aber wir verloren unvermeidlich ein paar Plätze und endeten auf Rang 24.

Was tun? Die typische Kreuzerei am Westufer beherrschten wir doch genauso wie die rasanten “Flüge” raumschots unter Gennaker, die wir ebenfalls immer hart an den Fels fuhren. Taktisch war das eigentlich unser Ding und an den ersten beiden Tagen hatten wir auch sorgfältig getrimmt und gute Geschwindigkeit. Also ein leckeres Essen in guter Gesellschaft, die Probleme vergessen und am letzen Tag noch mal ran. Aufgeben gibt es nicht!

Und der Sonntag begrüßte uns trotz anders lautender Wettervorhersage wieder mit Sonne und einer Ora, die nichts zu wünschen übrig ließ. Da gab es nur noch eins: Den Vortag vergessen und durch die Wand. Wir segelten das Motto fast buchstäblich. In der ersten Wettfahrt noch verhalten auf Platz 18, aber in der zweiten Wettfahrt unter anderem mit Wendeduellen, bei denen wir fast die Finger im Fels hatten. Ein eher verhaltener Start war die Ausgangsposition gewesen, aber dann ging es Boot für Boot nach vorne, es klappte einfach alles und mit einem 10. Platz in der letzten Wettfahrt beendeten wir die Serie inmitten der Profis.

Alles in allem die bisher beste Regatta des Team Nefeli mit einem 19. Gesamtplatz unter 44 Teilnehmern. Nun sind ein paar Tage Wunden lecken angesagt, bevor wir in eine kurze Sommerpause gehen. Ergebnis: http://www.fragliavelariva.it/sites/default/files/regatta/r1552-result-f3114.pdf

Sehenswerte Videos der Regatta gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=1nwqAiDzGN4
https://www.youtube.com/watch?v=ZCWdKpUNl1k
https://www.youtube.com/watch?v=F5IkGkF-Fh8

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Der Gardasee und wir werden vielleicht doch noch Freunde

r1552-result-f3099

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Neuer Versuch

Zwischenstand

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