“Vermitteln” war unser Ziel. Uns der ersten Hälfte annähern. Doch die Mathematik machte uns bisher einen Strich durch die Rechnung und wir hofften, noch drei Wettfahrten segeln zu können, um das Ergebnis zu korrigieren. Aber es kam wie es kommen musste: Der Sonntagmorgen zeigte sich beim ersten Blick aus dem Fenster regnerisch und kühl. Und flau! Irgendwann hörte es aber auf zu regnen und auf wundersame Weise kam auch etwas Wind auf. Wir hatten einige Punkte zu retten und wollten unbedingt auf’s Wasser.
Als die Wettfahrtleitung auslaufen ließ, wehte ein leichte ablandige Brise, die allerdings ständig drehte, so dass an ein vernünftiges Regattasegeln nicht zu denken war. Dann kam die Sonne raus, die Thermik (auflandig!) wollte nun auch mitspielen und es drehte weiter. Endlich ein Startversuch, wir nach Plan raus und gleich umgelegt, konnten die Tonne unter den ersten 5 liegend fast ohne Wende erreichen, doch die Wettfahrtleitung wollte diese unverschämten (für uns guten) Bedingungen nicht akzeptieren und brach ab.
Nun wurde es langsam knapp, denn der letzte Startversuch war auf 15:00 Uhr befristet. 14:55 war es dann soweit. Ein einziges Rennen noch, damit konnten wir nicht mehr viel retten, aber wir sind erst am Anfang der Lernkurve. Also wieder mitten rein ins Geschehen und da blieben wir auch. Was allerdings sehr positiv zu bewerten ist: Erfreulicherweise sind wir in der Lage, von der Geschwindigkeit und den Manövern her mit der breiten Masse mitzuhalten. Mit einem zwölften Platz in der letzten Wettfahrt hatten wir uns wieder schön im Mittelfeld getummelt. Und schaut man sich die Ergebnisse näher an, wird deutlich, dass es manchmal Drunter und Drüber geht und auch die Topcrews gelegentlich hinten anstehen. Und dann gibt es auch für die Profis kaum noch Wege nach vorne in diesem ultra-engen und anspruchsvollen Feld.
Am Ende sind wir zufrieden nach Hause gereist. Das Boot durften wir diesmal stehen lassen, denn vom 13. – 16. Juni geht es in Scarlino mit der Italienischen Meisterschaft weiter. An erster Stelle steht nun aggressiveres Starten und höhere Risiken. Wir sind sicher, auch einen Platz im ersten Drittel halten zu können.
Zufrieden sind wir, weil wir mit den Einzelplätzen (20), 10, 14, 14, 12, 20, 12 dreimal in der ersten Hälfte waren und zweimal knapp hinten dran. Das am Ende in der Gesamtwertung nur ein 19. Platz rausspringt ist eine kleine Enttäuschung und schwer zu vermitteln.
Aber wir arbeiten daran!





